Die
Pulsverschiebung oder der "RAC" (Reflex Auriculo Cardial)
gründet auf der Entdeckung des Arztes Paul Nogier, der die
pulsdiagnostischen Erkenntnisse der traditionellen chinesischen Medizin
für unseren Kulturkreis umsetzbar machte.
Das ursprüngliche Einsatzgebiet, das Nogier für den
RAC vorgesehen hatte, war das somatotopische System am Ohr. So ungewoht
diese Technik erst einmal sein mag, deren Verlässlichkeit ist
mit elektronischen Punktsuchgeräten im Rahmen der
Auriculotherapie durchweg bestätigt worden. Darüber
hinaus bietet die vegetativ sympathische Versorgung der Arterien eine
durchaus schlüssige Erklärung für die
schnelle Veränderung der Pulsqualität.
Obwohl die hier vorgestellte Anwendungsweise stark vereinfacht ist,
vermittelt sie dennoch sehr gute und zuverlässige Ergebnisse.
Behandler, die sich mit der Methode intensiver auseinandersetzen,
werden dafür in den Reflexzonen-Fortbildungen ein tieferes
Verständnis finden.
Anwendung
Nach dem Kalibrieren der Pulssignale für "JA" und
"NEIN" beginnt das Testen des "Aufzugs" oder der Zonen. Als
Faustregel haben sich folgende Pulsqualitäten häufig
bestätigt: Wurde der Puls deutlich stärker oder
schneller,
ist der Informationsaustausch in dieser Zone und dem entsprechenden
Organ erhöht. Anders, wenn die Pulsqualität deutlich
langsamer oder schwächer wird. Bei diesem Signal funktioniert
die
Kommunikation in dem Organ nur recht mäßig und
bedarf einer
Anregung. Bitte dennoch immer vor jedem Testen die individuellen "JA"
und "NEIN" Signale des Patienten kalibrieren !
Beim ersten Zugang zu dieser Befundtechnik falten Sie dazu am Besten
ein postkartengroßes weißes Blatt Papier wie einen
Flieger
zu einer Spitze. Später können Sie für diese
Funktion
eine Akupunkturnadel, einen focussierten weißen Lichtpunkt
(keinen Laser !) oder einen Edelsteingriffel verwenden.
Während Sie nun mit der einen Hand den Puls am Handgelenk
Ihres
Patienten tasten, fahren Sie mit Ihrem Werkzeug am Ohr oder dem
fraglichen Reflexzonenareal entlang. Bei der Verwendung von Nadeln
bitte nicht die Haut berühren und einen Abstand von etwa 2 - 4
Millimeter halten.
An der Stelle, an der sich bei Ihrem "Befundfahren" der Puls deutlich
verändert, dürfen Sie innehalten, die
Qualität
prüfen und mit der Kalibrierung vergleichen. Ist der Puls an
dieser Zone im Vergleich zur Umgebung stärker,
schwächer,
schneller oder langsamer ? An manchen Stellen verschwindet er sogar
ganz, um dann wieder aufzutauchen. Im Laufe der Übung,
erhalten
Sie immer bessere Ergebnisse.
Zum Vergewissern dürfen Sie natürlich jederzeit Ihre
Befunde von einer anderen Person nachkontrollieren lassen.